Hagebuttenschalen für Hunde: Natürliche Unterstützung für das Immunsystem
Manch einer wird die Vorteile von Hagebutten bereits kennen. Vielleicht wurden die Früchte früher mit den Großeltern oder Eltern von den Sträuchern gesammelt um sie zu trocknen. Für einen selbst oder auch für das Pferd / Pony im Stall als Stärkung für den Winter oder gegen Hufrehe. Aber warum gelten sie eigentlich als immunstärkendes Naturmittel, besonders im Herbst und Winter?
Warum Hagebuttenschalen für Hunde sinnvoll und Pferde sinnvoll sind
Die kleinen roten Früchte, die Kinder sich gerne mal gegenseitig zerdrückt als Juckpulverpflanze in das Oberteil werfen weisen wesentlich mehr auf als nur sehr feine juckende Härchen. Sie besitzen einen hohen Gehalt an Vitamin C, Antioxidantien, Triterpene, Fruchtsäuren (wie Zitronen-/Apfelsäure), Gerbstoffe, entzündungshemmenden Galaktolipiden und Verdauungsfördernde Pektine. Dadurch dienen sie hervorragend als natürliche Unterstützung des Immunsystems, vor allem in der kalten Jahreszeit wenn man sie zuvor frisch ernten konnte und vorbereiten. Durch ihre antioxidative Effekte ist sie aber auch dienlich zur Gelenkunterstützung, unterstützt allgemein die Vitalität und trägt zur Rekonvaleszenz bei. Zur was? Rekonvaleszenz – damit ist die Phase gemeint, in der sich ein Tier nach einer durchgestandenen Erkrankung oder Operation wieder erholt und sein Körper zusätzliche Unterstützung braucht.
Aber wie lässt Hagebuttenschalenpulver herstellen?
Man sammelt die reifen, tiefroten, leicht weichen aber noch nicht matschigen Früchte der Heckenrose namens Rosa canina. Klingt irgendwie nach Hund oder? Richtig. Diese Heckenrose wird allgemein auch Hundsrose genannt. Als diese kennt man sie wohl in Europa, Nordarfrika, Asien und Nordamerika. Bereits im Mittelalter fand die Hagebutte Einzug in Arzneischränke und Kräuterbücher, bekannt als Vitaminspender und zur Unterstützung bei menschlichem Fieber, Schwäche und Infektionen. Unter anderem auch bei Harnwegsleiden und rheumatischen Beschwerden, dank seiner analgetischen (schmerzlindernden) und antioxidativen Eigenschaften, inkl. der Extraportion Vitamin C.
Während Pferde etwa eine Hand voll täglich im Ganzen fressen können, werden Hagebutten für Hunde enthaart (abgerieben), halbiert und die Kerne optional entfernt. Dann werden sie entweder 1 ‑2 Wochen schonend luftgetrocknet oder in einem Dörrgerät bei 40–50 °C über 6–10 Stunden. Wenn die Schalen vollständig getrocknet und hart sind, werden sie mit einem Mixer zerkleinert oder gemahlen zu Pulver. Nun sollten sie Luftdicht, dunkel und trocken gelagert werden (Haltbarkeit 1 Jahr). Je länger sie getrocknet und auch aufbewahrt werden, desto mehr verringert sich der Gehalt an Vitamin C.
Wem nutzt die Hagebuttenschalen-Kur?
Nicht jeder Hund muss zwingend unterstützt werden. Es ist zwar meistens gut gemeint, aber es gilt nicht viel hilft viel. Hier lohnt sich zu schauen ob ein Bedarf besteht z.B. bei älteren Hunden oder denjenigen mit einem schwächerem Immunsystem, die häufig Infekte mitnehmen. Auch Hunde im Fellwechsel profitieren von einem Vitamin-C-Boost oder alternativen Immunsystem Unterstützern wie MSM. Ebenso Sport- oder Arbeitshunde, die wesentlich mehr leisten und dem entsprechend unterstützt werden können.
Vorsicht bei Hunde mit empfindlichem Magen, denn Hagebuttenschalen feuern den Säuregehalt an. Somit ist diese kleine Booster Frucht auch für Hunde mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen (IBD etc.) eher keine Unterstützung. Ebenso bei Hunden mit Oxalatsteinneigung, zwar haben Hagebutten harntreibende Eigenschaften, die bei Steinleiden nützlich sein können, aber wegen des Oxalsäuregehalts der Hagebutte sollte bei entsprechender Neigung darauf verzichtet werden. Und zu guter Letzt, sehr selten aber möglich: Hunde mit Allergien auf Rosengewächse – hier bitte ebenfalls auf Hagebutten verzichten.
Was wären mögliche Nebenwirkungen?
Magenreizung sind nicht nur bei empfindlichen Mägen möglich sondern auch bei zu schneller Steigerung oder zu hohen Mengen. Der Ocxalsäuregehalt sorgt hier für eine Übersäuerung, bei empfindlichen Tieren schon bei kleinen Mengen. Weicher Kot bis Durchfall sind die Folge. Sehr selten sind hingegen allergische Reaktionen. Wie immer gilt also auch hier: Langsam einschleichen.
Eventuell fragst du dich jetzt: Warum können Hagebuttenschalen trotz darmberuhigenden Pektinen Durchfall auslösen?
Hagebuttenschalen haben zwei Seiten:
1. Pektine – gut für die Verdauung und präbiotisch wirkend. Sie unterstützen die Darmbakterien, binden Wasser und können den Kot festigen. Deswegen gelten Hagebutten gern auch als verdauungsfördernd und darmberuhigend.
2. Vitamin C – Hagebutten enthalten natürlicherweise sehr viel Vitamin C. Wird zu viel zu schnell oder zu viel gegeben, kann nicht aufgenommenes Vitamin C osmotisch wirken, das bedeutet es entzieht dem Darm Wasser. Bei Überdosierung kann es daher abführend wirken. Genau das führt dann zu weicherem Kot oder Durchfall. Das hat weniger damit zu tun, dass „Hagebutten für den Bauch schlecht“ wären. Ausgenommen der Hund neigt zu Übersäuerung, dann spielt der Säuregehalt der Hagebutte wiederum eine Rolle. Wichtig ist hier das langsame herantasten.
Welche Mengen kann man geben?
Prinzipiell gilt nach Aichberger* als Richtwert für Kleintiere, zu denen auch Hunde zählen, 5 g pro 10 kg Körpergewicht am Tag. Handelsübliche Produkte deklarieren bei Reinprodukten im Durchschnitt wie folgt:
- Kleine Hunde: 0,5–1 TL pro Tag
- Mittelgroße Hunde: 1–2 TL pro Tag
- Große Hunde: 2–3 TL pro Tag
Die empfohlene Menge kann je nach Produkt variieren, insbesondere, wenn Träger- oder Zusatzstoffe enthalten sind. Deshalb arbeite ich am liebsten mit reinen, unverfälschten Einzelpräparaten. Ich empfehle stets sich nach dem individuellen Produkt und dessen Herstellerempfehlung zu richten und mit der offiziellen Dosierungsformel nach Aichberger* zu vergleichen. So lassen sich Überdosierungen leicht umgehen. ABER langsam einschleichen.
Am besten beginnt man im Frühherbst mit der Zufütterung, spätestens wenn es dann kälter wird und die Temperaturen frostiger werden. Es empfiehlt sich ein Dauer von 6–12 Wochen. Wer dauerhaft Hagebuttenschalen füttern möchte sollte mit einer anschließenden Pause von 2–4 Wochen fortsetzen, ehe die Kur fortgeführt wird. Damit es eine Säurepause gibt und die Hagebutte weiterhin optimal genutzt werden kann. Wer sie also zu Arthrosezwecken nutzt, sollte in der Zeit auf ein anderes Präparat wie MSM, Teufelskralle, Weihrauch, Ginkgo, Weidenrinde, Mädesüß oder ähnliches zurückgreifen. Nicht zu vergessen die guten alten essentiellen Fettsäuren, vor allem die Omega 3 Fettsäuren. Ein Immunbooster der jede Ration ganzjährig abrunden sollte und essentiell ist – daher der Name.
Aber bleiben wir bei der Hagebutte. Im übrigen kann man als Mensch das selbe Produkt verwenden wie der Hund, solang es sich um Lebensmittelqualität handelt. Also besser ein Humanprodukt kaufen, dies ist meist auch wesentlich günstiger als ein Hundeprodukt. Wer Hagebuttenschalenpulver für Pferde vorrätig hat, kann davon etwas abzwacken und spart gleich noch mehr. Der kg/Preis Unterschied ist enorm selbst bei Herstellern die Produkte für Hunde als auch Pferde anbieten, obwohl es inhaltlich ein und dasselbe ist.
*Aichberger et al. Kräuter für Nutz- und Heimtiere 2. Auflage von 2012 bzw. Phytotheraphie in der Tiermedzin nach C. Brendieck-Worm und M.F. Melzig 2. Auflage 2018 Thieme Verlag KG
Wie kann man Hagebuttenschalen als Mensch nutzen?
Für uns eignet sich immer noch der Tee aus Hagebuttenschalen am besten. Aber man kann auch Pulver in Smoothies oder Joghurt dazu geben, als Vitamin-C-Boost für die Erkältungszeit oder zur Gelenkunterstützung. Die Effekte sind die selben für Mensch und Tier. Als natürliche Möglichkeit zur Immun- und Vitalitätsunterstützung.
Warum Einzelpräparate sinnvoller sind
Reine Hagebuttenschalen egal ob als Schalen oder Pulver, enthalten in der Regel keine Füllstoffe. Sie benötigen auch keine Trägerstoffe, welche nur ein unnötiges Risiko für Unverträglichkeiten darstellen. Wenn der Hund auf ein reines Produkt reagiert egal ob mit Durchfall, Blähungen oder Juckreiz, dann kann man eindeutig zuordnen, welcher Stoff verantwortlich ist. Kombipräparate (z. B. Gelenkpulver + Vitamine + Kräuter) machen das deutlich schwieriger.
Pfotenfunk Hagebutten Fazit
Wenn du deinen Hund oder dein Pferd zur kalten Jahreszeit oder zum Fellwechsel unterstützen möchtest und dein Tier nicht zu Übersäuerung neigt oder unter Magenproblematiken leidet, dann ist die Hagebutte eine natürliche und effektive Wahl. Wenn du dein Tier zwecks Bewegungsapparat unterstützen möchtest rate ich jedoch zu einer anderen Alternative mit weniger Säuregehalt. Bei Fragen schreib mich an, ich berate dich gern.
