Kauwurzel oder Kauholz? Was für welchen Hund?
Kauspaß oder Risiko?
Hunde kauen gern, besonders Welpen und junge Hunde haben ein stark ausgeprägtes Kaubedürfnis, z.B. während des Zahnwechsels. Darunter leiden dann auch mal die Lieblingsschuhe, Mobiliar oder andere Gegenstände. Vor allem dann wird gerne zum Kauholz oder der Kauwurzel gegriffen, aber verbirgt sich hinter dieser Beschäftigungsmaßnahme eine Gefahr?
Was ist überhaupt eine Kauwurzel oder ein Kauholz?
Ein Stück Wurzelholz, zurecht geschnitten für den Kauspaß deines Hundes. Kauwurzeln gibt es in unterschiedlichen Größen, aber entscheidender ist, aus welcher Holzart. In der Regel handelt es sich um Wurzelknollen bestimmter Heidearten aus mediterranen Gebieten, wie Portugal und Griechenland. Deren Hartholz splittert kaum bis gar nicht, sondern fasert eher aus. So kann das Verletzungsrisiko für Hunde minimiert werden. Aber es werden auch Hölzer genutzt, z.B. aus dem jährlichen Verschnitt der Weinreben. Denn normale Stöcke, können je nach Trockengrad und Holzart schnell splittern und deinem Hund damit massive Schäden zuführen. Aber auch ein Kauholz kann schädlich sein, in diesem Fall für die Zähne. Aber lass uns das alles mal genauer anschauen.
Der Ursprung der bekanntesten – der Torgas Kauwurzel
Die Torgas Kauwurzel wird aus der Erika-Baumheide (Erica arborea) gewonnen. Sie ist ein nachhaltiges und unbehandeltes Naturholz und wächst in geschützten Gebieten. Das Holz, das aus den knollenartigen Wurzeln der Pflanze handgepflückt wird, wird auch Bruyère-Holz genannt. Die Ernte der Wurzel findet jedes Jahr statt und beschränkt sich auf eine bestimmte Anzahl, damit die ökologische Nachhaltigkeit eingehalten werden kann. Es wird unter anderem auch bei der Herstellung von Tabakpfeifen und Schmuck verwendet. Die Marke Torgas erschien dank eines Bildhauers beziehungsweise Künstlers namens Berno Plorin. Per Zufall bemerkte er, dass sein Hund glücklich an einer seiner Skulpturen kaute, die aus der Wurzel eines portugiesischen Baums “Torgas” gemacht waren. Dieses Kunstwerk erwies sich als ein hervorragendes Kauspielzeug, da es eine außergewöhnliche Lebensdauer hatte. So begann die Geschichte einer neuen Firma.
Die Auswahl der Kauwurzeln
Es gibt verschiedene Kriterien die berücksichtigt werden sollten, damit die Kauwurzeln für deinen Hund ein Kauspaß anstatt eine Dilemma wird.
1. Das Kauverhalten
Das Kauverhalten ist ein wichtiger Faktor. Hunde haben unterschiedliche Kau- und Spielgewohnheiten, daher ist es wichtig, ein Produkt zu wählen, das zu ihrem individuellen Verhalten passt. Hier sind einige Punkte, auf die du achten solltest:
- Sanfte Kauer: Kauwurzeln mit einer weicheren Textur können besser geeignet sein
- Aggressive Kauer: Eine härtere Kauwurzel kann in diesem Fall sinnvoll sein
Wenn du die richtige Kauwurzel für die Bedürfnisse deines Hundes auswählst, stellst du sicher, dass sie ihren Zweck erfüllt und dein Hund zufrieden ist.
2. Verschiedene Formen
Es gibt Kauwurzeln in verschiedenen Formen, um den unterschiedlichen Vorlieben der Hunde gerecht zu werden. Manche Hunde mögen es, an einer flachen Wurzel zu kauen, während andere eine knorrige, unregelmäßige Form bevorzugen. Probiere verschiedene Formen aus, um herauszufinden, welche deinem Hund am besten gefällt.
3. Verschiedene Größen
Kleine Hunde = Kleine Zähne & Mäuler, größere Hunde = größere Zähne & Mäuler. Du solltest eine Größe für deinen Hund auswählen, die der Größe und Stärke des Kiefers deines Hundes entspricht, damit er Freude an seinem Holz hat und keinen Schaden davon trägt.
4. Material / Holzart
Wichtiger aber noch ist der Ursprung der Kauwurzel, denn je härter das Holz, desto weniger ist es für junge oder kleine Zähne geeignet. Während große Hunde mit einem kräftigen Biss ein hartes Holz benötigen, das nicht gleich nachgibt. Gängig sind Hartholzarten wie Olivenbaum, Kaffeewurzel oder Eichenwurzel oder die bereits erwähnt Torgas Kauwurzel aus Heidwurzeln.
Die verschiedenen Holzarten
1. Kaffeeholz
Die Kaffeepflanze (coffea arabica / robusta) wird rund um den Äquator in verschiedenen Ländern angebaut. Für eine gute Kaffeebohnenernte muss die Pflanze einmal im Jahr beschnitten werden. Aus dem Verschnitt werden Stecklinge zu neuen Kaffeebäume gezüchtet und aus dem Restholz Kaffeehölzer für Hunde hergestellt. Somit haben wir hier einen ökologisch sehr nachhaltigen Kauartikel. Durch den Hunde-Speichel wird das Kaffeeholz weicher und faseriger, wobei die biegsamen Kaffeeholzfäden in der Regel ungefährlich für Hunde sind.
⊕ Vorteile:
- Enthält kein Koffein, dafür feine Fasern, die wie eine natürliche Zahnbürste wirken, es ist relativ langlebig.
⊗ Nachteile:
- Kann in seltenen Fällen doch splittern und ist daher nicht für sehr starke Kauer geeignet.
2. Kaffeebaumwurzel (nicht zu verwechseln mit Kaffeeholz)
Entstammt der selben Kaffeepflanze, jedoch aus dessen Wurzelbereich. Dieser ist massiver, fester und knotiger mit einer unregelmäßigen Textur.
⊕ Vorteile:
- Sehr robust, splittert nicht, fasert eher aus. Gut geeignet für große Hunde.
⊗ Nachteile:
- Relativ teuer, für kleinere Hunde, Welpen und Senioren zu fest.
3. Olivenholz
Olivenbaum-Holz ist sehr langlebig, stabil und neigt selten zum Splittern. Es enthält noch wertvolle Öle mit antibakteriell wirkenden Stoffen. Olivenbäume werden im gesamten mediterranen Raum angebaut. Auch Olivenbäume müssen immer wieder zurückgeschnitten werden und auch dessen Verschnitt wird als Kauhölzer genutzt. Im Vergleich zu Kaffeeholz ist es noch härter.
⊕ Vorteile:
- Sehr robust und langlebig, splittert selten, enthält natürliche Öle, die antibakteriell wirken, gut für große Hund mit kräftigem Biss.
⊗ Nachteile:
- Sehr hart – nichts für kleine oder ältere Hunde oder bei schwächeren Zähnen.
- Obwohl es wirklich sehr selten vorkommt, können Hunde theoretisch auch gegen Olivenöl allergisch sein.
4. Weinrebenholz
Dieses stammt von alten, zurückgeschnittenen Rebstöcken (meist Vitis vinifera). Das Holz fällt beim jährlichen Rückschnitt an und kann somit wiederverwendet werden. Beim Jungen Rebschnitt von einjährigen Rebstöcken, bleibt sehr weiches biegsames Holz über, daraus wird i.d.R. kein Kauholz gefertigt. Ältere, mehrjährige Rebstöcke sind knorriger, sehr zäh und faserig aber nicht hart, wie Hartholz. Außerdem gibt das Holz durch Speichel etwas nach, bleibt aber ausdauernd. Es ist weicher als Olivenholz oder Heidewurzel aber fester als Kaffeebaum.
⊕ Vorteile:
- Ökologisch. Relativ weich, gut für sensiblere Zähne (kleine Hunde/Senioren) oder leicht bis mittelstarke Kauer. Fasert auf statt zu splittern.
⊗ Nachteile:
- Weniger langlebig als Oliven- oder Kaffeeholz, kann schnell zerkaut werden vor allem von größeren Hunden und starken Kauern.
- Für zaghafter Kauer wiederum zu zäh und widerstandsfähig, damit meist schnell uninteressant.
5. Heidebaum-Kauwurzel / Heidewurzeln / Torgas-Wurzel
Hierbei handelt es sich mal um das unbehandelte Wurzelholz des portugiesischen Heidebaums (Torgas®), der ursprünglich aus den zentralportugiesischen Bergen stammt. Dort wird das dichte Holz aus den Baumwurzeln gewonnen und verarbeitet. Die Heidebaum-Kauwurzel zeichnet sich durch eine hohe Dichte und Strukturfestigkeit aus. Selbst bei heftigem Kauen bleibt die Wurzel erhalten und bietet Hunden somit einen gesunden, lang anhaltenden Kauspaß. Die splitterfreien und unzerbrechlichen Knollen sind in mehreren Ausführungen erhältlich. Die Heidewurzel ist kein geschützter Begriff sondern dient als Sammelbegriff für die Wurzeln sämtlicher Heidegewächse, wie z.B. Erika oder Calluna. So kann die Beschaffenheit je nach Ursprung stark variieren. Aber bleiben wir beim Original.
⊕ Vorteile:
- Hohe Widerstandsfähigkeit, splittert nicht, zerbricht nicht. Das Original ist unter dem geschützten Begriff „Torgas-Wurzel“ zu finden.
- Fasert weich auf und hat eine angenehme Kautextur, geeignet für kleinere und ältere Hunde.
⊗ Nachteile:
- Kein geschützter Begriff – Beschaffenheit variieren.
- Nicht so langlebig wie Olivenholz, kann von großen Hunden und starken Kauern schnell „verkaut“ werden.
6. Moorwurzeln
Sie stammen ursprünglich aus der Aquaristik und bestehen meist aus alten, wassergetränkten Wurzeln wie Mangroven-/, Moorkien-/ oder Kniewurzeln . Sie werden aus Flußläufen, Sümpfen oder Moorgebieten gewonnen und sind dadurch leicht porös. Daher sind sie eigentlich nicht als Kauartikel gedacht und geeignet.
⊕ Vorteile:
- Naturbelassen, weich und leicht. Fasert schnell auf. Geeignet für sehr zaghafte Kauer und Hunde mit schwächerem Gebiss.
⊗ Nachteile:
- Stark schwankende Qualität. Zerbricht sehr leicht, ist nicht langlebig und die Herkunft ‚meist unklar.
7. Das sogenannte Geweihholz alias Hirschgeweih (oft als Alternative genutzt)
Entstammt in der Regel aus den natürlichen Abwürfen der Geweihe von Hirschen, die jährlich ihr Geweih verlieren. Zum Teil werden auch Geweihe aus Wildbeständen und der Zucht genutzt. Zur Nutzung werden die Geweihe in Teilstücke zersägt, getrocknet, entgratet und zum Teil halbiert.
⊕ Vorteile:
- Extrem langlebig und inkl. hohem Mineralstoffgehalt (Kalzium, Phosphor), splittert außerdem nicht. Aber…
⊗ Nachteile:
- Sehr hart, Beschädigungen an den Zähnen sind damit nicht selten.
- Nichts für aggressive Kauer, Welpen, kleine Hunde, Senioren oder Hunde mit bereits empfindlichen Zähnen.
- Vereinzelt kann es zu allergischen Reaktionen kommen, als Immunreaktion auf die Proteine im Geweih. (Sehr selten)
Welche Vorteile haben Kauwurzeln?
- Beschäftigungstherapie: Mit einem zur Verfügung gestellten Objekt das gekaut werden darf.
- Stressabbau: Kauen hilft Hunden sich zu entspannen. Gestresste Hunde werden schneller krank.
- Langlebigkeit: Kauwurzeln halten je nach Hund bis zu mehrere Monaten.
- Nachhaltigkeit: Durch die Langlebigkeit der Hölzer wird nicht laufend Nachschub benötigt und die Reste sind natürlich abbaubar.
- Zahnpflege: Es gibt kurzweilig durchgeführte Studien, bei denen diverse Kau-Produkte, durch die mechanische Reibung beim kauen, nachweislich zu einer Reduktion des Zahnsteins geführt haben.
- Muskelaufbau: Die Kaumuskeln werden bei anspruchsvollerem „Dauerkauen“ trainiert.
- Gesundheitsfördernd: Durch das Vorbeugen von Zahnkrankheiten, denn diese können zu Problemen der Organe führen.
- Kalorienarm: Dem Hund werden keinerlei Kalorien oder unnötige bis ungesunde Zusatzstoffe gefüttert.
- Allergiker geeignet: Sie beinhalten weder allergieauslösende Stoffe, noch Zusatzstoffe, Chemikalien oder künstliche Aromen.
- Geringes Verletzungsrisiko: In der Regel raspelt der Hund nur winzige Stückchen ab, bis die Kauwurzel mit der Zeit kleiner wird. Sofern passend ausgewählt wurde.
Langeweile – Ein Krankheitsauslöser
- Appetitverlust
- Fressen oder ablecken von Non- Food- Objekten.
- Ein geschwächtes Immunsystem, durch das dauerhaft freigesetzte Hormon Cortisol, als Teil des Kampf- oder Flucht-Mechanismus. Denn auch anhaltende Unterforderung kann als Stress empfunden werden. (Darauf gehe ich in meinem nachfolgenden Beitrag näher ein.)
- Dem zu Folge können schneller Hautkrankheiten durch Milben verursacht werden, die auf jeder Haut leben, ohne Schaden zu verursachen. Außer sie vermehren sich durch eine verändertes Haut-Milieu und führen so zu Infektionen.
Welche Nachteile haben Kauwurzeln?
- Sehr junge Zähne, wie Zähne kleiner Hunde, als auch Zähne älterer Hunde, können durch das Hartholz Fissuren erleiden oder regelrecht abbrechen.
- Hat die Kauwurzel eine Größe erreicht, bei der die Gefahr des Verschluckens besteht, sollte sie ausgetauscht werden um Folgeschäden zu vermeiden.
- Je nach Stärke des Kiefers und Kau-Technik des Hundes, kann auch die Kauwurzel splittern und größere Holzsplitter können im Maul und Rachen für unangenehme Verletzungen sorgen.
- Hat man allgemein einen Schlinger, der große Brocken schluckt, kann auch schon eine halbierte Kauwurzel ein Risiko darstellen.
Hat dein Hund größere Stücke oder Splitter gefressen kannst du deinem Hund Sauerkraut als Erste-Hilfe-Maßnahme verabreichen, dieses schlingt sich um die Fremdkörper so, dass sie möglichst verletzungsfrei wieder ausgeschieden werden können. Besser ist es jedoch eine Tierarztpraxis aufzusuchen.
Was sagen Tierärzte zu dem Thema?
Dazu möchte ich aus eine Pressemitteilung zitieren:
„Tierärzte beobachten []vermehrt, dass gerade das Kauen auf harten Produkten mit Gefahren einhergeht: „Seit die Beliebtheit harter essbarer und nicht essbarer Kau- und Spielzeugprodukte für Hunde zugenommen hat, haben wir einen Anstieg der Zahnfrakturen festgestellt“, so Professor Dr. Alexander Reiter von der University of Pennsylvania (USA). Eine Studie der Universität, die von Mars Petcare unterstützt wurde, belegt, dass die Kiefer von Hunden stark genug sind, um ihre eigenen Zähne zu brechen, wenn sie auf zu harten Produkten kauen.2
Die Prävalenz von Zahnbrüchen ist enorm: Mehr als jeder vierte Hund hat gebrochene Zähne. Viele der Frakturen resultieren dabei aus dem Kauen auf Gegenständen, die schlicht zu hart sind.3–10 Die Folge können neben Schmerzen und Appetitlosigkeit auch schwere Entzündungen sein, die sich in einigen Fällen auf umliegende Körperregionen ausbreiten können. Eine aktuelle Umfrage von Mars Petcare zeigt, dass 91 % der Tierärzte das Thema Zahnpflege bei routinemäßigen Gesundheitsuntersuchungen ansprechen. Für knapp die Hälfte der Tierärzte ist das Thema Zahnpflege sogar eines der drei wichtigsten Vorsorge-Themen, die es innerhalb von Sprechstundenterminen zu vermitteln gilt.11 Bei vielen Tiereltern ist das Bewusstsein für Zahnprobleme des Hundes und deren Häufigkeit jedoch nach wie vor kaum ausgeprägt.
Hier vermerkte Quellen aus dem Artikel:
- [2] Soltero-Rivera M, Elliott MI, Hast MW, Shetye SS, Castejon-Gonzalez AC, Villamizar-Martinez LA, Stefanovski D and Reiter AM (2019) Fracture Limits of Maxillary Fourth Premolar Teeth in Domestic Dogs Under Applied Forces. Front. Vet. Sci. 5:339.
- [3] Crossley, DA. Tooth enamel thickness in the mature dentition of domestic dogs and cats–preliminary study. Journal of Veterinary Dentistry. 1995 Sep;12(3):111–3.
- [4] Golden AL, Stoller N, Harvey CE. A survey of oral and dental diseases in dogs anesthetized at a veterinary hospital. J Am Anim Hosp Assoc 1982; 18: 891–899.
- [5] Le Brech C, Hamel L, Le Nihouuannen JC, et al. Epidemiological study of canine teeth fractures in military dogs. J Vet Dent 1997; 14: 51–55, 1997.
- [6] Hamp SE, Olsson SE, Farso-Madsen K, et al. A macroscopic and radiologic investigation of dental diseases of the dog. Vet Radiol 1984; 25: 86–92.
[7] Venturini. Retrospective study of 3055 pets referred to Odontovet® (veterinary dental center) during 44 months. Dissertação (Mestre Em Medicina Veterinária), Faculdade De Medicina Veterinária E Zootecnia, Universidade De São Paulo 2006; 35–37. - [8] Gioso MA, Lopes FM, Ferro DG, et al. Oral fractures in dogs of Brazil – a retrospective study. J Vet Dent 2005; 22: 86–90.
- [9] Butkovic V, Simpraga M, Sehic M, et al. Dental diseases of dogs: a retrospective study of radiological data. Acta Vet Brno 2001; 70: 203–208.
- [10] Capik I, Ledecky V, Sevcik A. Tooth fracture evaluation and endodontic treatment in dogs. Acta Vet Brno 2000; 69: 115–122.
- [11] Mars Petcare, Oral Care Rapid Insight Report, 2022
Original Pressemitteilung: https://www.mars.com/de-de/news-and-stories/press-releases-statements/hart-haerter-zahnbruch-beliebte-hunde-snacks-alarmieren
Warum sind Stöckchen-Spiele und normale Äste gefährlich?
Reinigung und Lagerung
Die Reinigung ist ein wichtiger Aspekt, um die Qualität zu erhalten. Du kannst die Wurzel unter fließendem Wasser abspülen und mit einer weiche Bürste etwas bearbeiten um Schmutz und Speichel zu entfernen. Bitte nutze keine Reinigungsmittel, da dies schädlich für deinen Hund sein können. Im Anschluss sollte die Kauwurzel in der Sonne oder auf der Heizung trocknen. Achtung: Zu langer Kontakt mit Sonnenlicht, kann zu Farbveränderungen und Rissbildung führen. Wenn du die Wurzel nicht permanent zur Verfügung stehen soll, dann möglichst an einem trockenen und gut belüfteten Ort aufbewahren, um Schimmelbildung zu vermeiden. Damit nicht nur die Wurzel sondern auch dein Hund erhalten bleibt, möchte ich dir noch den nachfolgenden Punkt ans Herz legen.
Aufsicht ist besser als Nachsicht
Vor allem beim ersten Mal mit einem Kauholz als Kauvergnügen, ist es wichtig, deinen Hund beim Kauen der Kauwurzel zu beaufsichtigen. Wenn dein Hund sich auf die Kauwurzel stürzt oder zu aggressiv kaut, nimm sie besser weg und versuch es nochmal wenn der Hund wieder ruhiger geworden ist. Schließlich soll das Kauen Stress abbauen und nicht aufbauen. Die Beaufsichtigung ist ebenfalls besonders wichtig, wenn du mehrere Hunde hast und die Kauwurzel Grund zum streiten werden kann. Auch bei mit der Zeit kleiner gewordenen Kauwurzeln, solltest du nicht unbeobachtet geben um ein Erstickungsrisiko zu vermeiden. Denk dran: Sobald sie eine Größe erreicht bei der sie verschluckt werden kann weg damit.
Pfotenfunk Fazit
Im Laufe der Zeit mit meinen Hunden und deren Erfahrungen mit Kauwurzeln, habe ich festgestellt, dass das Interesse daran ebenso unterschiedlich ist wie das passende Holz pro Hund. Manches Mal lag eine Kauwurzel über 1 Jahr rum und dann reichte ein Gasthund, der die entdeckte Wurzel binnen 5 Minuten in große Teile zerlegte. Da galt es dann die abgesplitterten Teilstücke schnell zu beseitigen. Ressourcen-Streitigkeiten gab es bei uns deshalb nie. Wenn ich das passende Holz gefunden hatte, bot die Wurzel eine ausgezeichnete Alternative zu Kunststoffartikeln oder Stoff-Spielzeugen. Da meine Hunde keinen Kausnacks aus Sehnen o.ä. bekommen, sind die Kauwurzeln eine gute Alternative. Meine Hunde kauen darauf nach Bedarf aber dann auch recht lange, ohne dass ich mir Sorgen um mögliche Gesundheitsrisiken machen muss. Dabei haben die Wurzeln sehr lange gehalten. Für meine nutze ich die weicheren Varianten, die ausfasern.
Um Fridolin das erste Mal eine Kauwurzel schmackhaft zu machen, habe ich es einige Zeit in einem Beutel mit Trockenfleisch, einer für ihn verträglichen Tiersorte gepackt. Die Kauwurzel nimmt so den Geruch an. Funktioniert z.B. auch mit Räucherschinken. Man muss nur immer beachten wie viel Lebensmittel die Wurzel aufnimmt, da sich sonst Schimmel ansetzen kann. Möglichkeiten gibt es viele.
Wir nutzen Kauwurzeln weiterhin, sofern wir die passende ausgewählt und unter Aufsicht erprobt haben.
Quellen:
- Torgas® Kauwurzel (Heidebaumwurzel): Offizielle Herstellerseite: https://www.torgas-kauwurzel.com/
- Infos zur Herkunft und Geschichte: https://torgas.wordpress.com/torga-kauwurzel/die-geschichte-der-torgas/
- Produktbeschreibungen verschiedener Shops, diverser Hersteller & Anbieter wie z. B. Zooplus.de , Kausnacks.de, LILA LOVES IT, Pauls Beute, LilaLauneHund, Wildfang.shop, Anibio, Trixie Naturprodukte
Nachfolgend ein paar Beispiele:
Kauhölzer & Wurzeln: Händler wie
- Kaffeeholz-Kaustäbe: : https://www.foggis.at/de/shop/kauartikel/kaffeeholz.html
- Weinrebenholz: Kauholz aus Reben: https://www.chewies.de/kauartikel/weinrebe/
- Olivenholz: Nachhaltiger Oliven-Kaustab: https://www.naftie.de/kauhoelzer/olivenholz-hunde-kaustab
- Hirschgeweih-Kauartikel: Beispielprodukt: https://www.perro.at/kau-stix-rothirsch-ganz/HA-10200
- Moorwurzel – Aquaristik-Foren wie z. B. Aquasabi, Garnelio
Andere Blogs zu Recherchezwecken:
- „Welches Kauholz ist am besten für meinen Hund?“ – https://blog.ts-snack.com/2024/06/03/welches-kauholz-ist-am-besten-fuer-meinen-hund/
- „Kauwurzeln für Hunde: langer Knabberspaß garantiert“ – https://www.hunde-kausnacks.de/magazin/kauwurzeln-fuer-hunde-langer-knabberspass-garantiert/
- „Kauholz für Hunde: Vorteile & Auswahl“ – https://bob-mag.de/kauholz-fuer-hunde
- „Was du deinem Hund zum Kauen bieten kannst“ (Dog it Right Blog) https://blog.dogitright.de/kauen-bei-hunden/
Weitere Infos:
- Infos zur Kaffeepflanze: Deutscher Kaffeeverband [https://kaffeeverband.de]
- Stiftung Warentest, Fachzeitschriften „Der Hund“ & „Partner Hund“
- Tierärztliche Empfehlungen: Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt), Tierärztliche Hochschule Hannover
- Artikel zur Geweih-Abwurfzeit: Jagdverband (DJV), Wildtier-Info.de
- Mehr zu Holzarten: FloraWeb (BfN), Waldwissen.net, FSC Deutschland (www.fsc-deutschland.de), PEFC-Zertifizierung: (https://www.pefc.de)
